On 18 October, the Ashton family welcomed visitors friends from Germany for a visit centered on shared literature and reflection across two distinct spaces.
In the open air of the Epidaurus Court, guests engaged with selections from William Shakespeare’s As You Like It in German translation, celebrating classical theatre and shared language:
Die ganze Welt ist Bühne
Und alle Fraun und Männer bloße Spieler.
Sie treten auf und geben wieder ab,
Sein Leben lang spielt einer manche Rollen
Durch sieben Akte hin. Zuerst das Kind,
Das in der Wärtrin Armen greint und sprudelt;
Der weinerliche Bube, der mit Bündel
Und glattem Morgenantlitz wie die Schnecke
Ungern zur Schule kriecht; dann der Verliebte,
Der wie ein Ofen seufzt, mit Jammerlied
Auf seiner Liebsten Braun; dann der Soldat,
Voll toller Flüch und wie ein Pardel bärtig,
Auf Ehre eifersüchtig, schnell zu Händeln,
Bis in die Mündung der Kanone suchend
Die Seifenblase Ruhm. Und dann der Richter
Im runden Bauche, mit Kapaun gestopft,
Mit strengem Blick und regelrechtem Bart,
Voll weiser Sprüch und Allerweltssentenzen
Spielt seine Rolle so. Das sechste Alter
Macht den besockten, hagern Pantalon,
Brill auf der Nase, Beutel an der Seite;
Die jugendliche Hose, wohl geschont,
‘ne Welt zu weit für die verschrumpften Lenden;
Die tiefe Männerstimme, umgewandelt
Zum kindischen Diskante, pfeift und quäkt
In seinem Ton. Der letzte Akt, mit dem
Die seltsam wechselnde Geschichte schließt,
Ist zweite Kindheit, gänzliches Vergessen,
Ohn Augen, ohne Zahn, Geschmack und alles.– Shakespeare, „Wie es euch gefällt“, 2. Aufzug, 7. Szene, Zeilen 139–166, Übers. Schlegel.
Zuerst in diesem Walde laßt uns das Werk vollenden,
Das hier so gut begann und wohlerzeugt ward;
Und dann soll jeder dieser frohen Schar,
Der herbe Täg’ und Nächte mit uns trug,
Den Segen unsres Neuglücks mitgenießen
Nach dem Verhältnisse von seinem Stande.– Shakespeare, „Wie es euch gefällt“, 5. Aufzug, 4. Szene, Zeilen 178–179, Übers. Schlegel.
Later, in the Prayer Room for a quiet, structured moment combining Shakespeare’s thoughts on mercy from The Merchant of Venice:
Die Art der Gnade weiß von keinem Zwang;
Sie tropft als süßer Regen vom Himmel herab
Auf vaterländ’schen Boden. Doppelt segnet sie:
Sie segnet den, der gibt, und den, der nimmt.
Am mächtigsten ist sie im Mächtigsten; sie kleidet
Den Monarchen besser als die Kron’ auf seinem Haupt.
Sein Scepter zeigt die Kraft der ird’schen Macht,
Das Attribut der Würde und der Pracht,
Worin des Königs Scheu und Abscheu sitzt;
Doch Gnade ist herrlicher als Scepter-Macht.
Sie hat im Herzen der Könige ihren Thron,
Sie ist ein Attribut der Gottheit selbst;
Und ird’sche Macht kommt Gottes Macht am nächsten,
Wenn Gnade die Gerechtigkeit besänftigt.– Shakespeare, „Der Kaufmann von Venedig“, 4. Aufzug, 1. Szene, Zeilen 184–197, Übers. Schlegel.
with the Lord’s Prayer:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.
held as a personal reading.
Thank you to our guests for participating in this formal visit with us. We look forward to welcoming you to Soulton Hall again soon.